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  • Bernd und Susanna

Alles hat seine Zeit...

21.8. Erlach

Seit einer Woche sind wir zu Hause. Wir planen die nächsten Kurse, Schulungen, Schulprojekte und hatten bereits eine Brenodor-Theaterführung auf der Engehalbinsel über das alte keltisch-römische Bern.

Doch gerne schauen wir nochmals zurück auf die letzten 14 Tage dieser prägenden Eseltour.

Bei Gorm konnten wir - dank Heike`s schneller Vernetzung! - noch eine tolle Hufpflegerin (Daniela Hutmacher) organisieren. So konnten wir am nächsten Tag mit frischer Pédicure (geschnittene und geraspelte Hufe) lostapfen durch den märchenhaften Dürsrütiwald.

In Kürze unsere letzten Streckenetappen: Lüderenalp - Affoltern i.E. - Wil neben Wynigen - Biberist - Lommiswil - Obergrenchenberg - Orvin - Les Près Vaillons - Erlach

Geschlafen haben wir an vielfältigen teilweise sehr überraschenden Orten: neben dem Hotel Lüderenalp, in einer Jurte (Hilfsprojekt für die Mongolei www.claim.com), auf verschiedenen Weiden bei Bauern (teilweise sehr grosszügig, wo sich Fritz und Lora noch so richtig austoben konnten am Abend), auf einem Hundetrainingsplatz neben einer schönen grossen Obstgarten-Hoschtet, auf dem wunderschönen Obergrenchenberg neben einem Weiher und Restaurant, beim „Petit Moulin“, im vertrauten Près-Vaillon, wo wir manchmal ein Hüsli benützen dürfen - diesmal aber auf der Terasse unter Charles’ Tarp als letzte Station vor der Rückkehr.

Stefan, der Eselhalter hat uns auf einer eindrücklichen Tour im Emmental über den Oberbühlchnubel mit atemberaubender Aussicht besucht. Und Sili und Karsten, haben uns an einem heissen Tag der Emme entlang begleitet, verbunden mit einer kurzen Erfrischung im Fluss und vielen langen Gesprächen unterwegs. Mit Kaffee und Güezi hatte uns Leonie und Sandro in Solothurn an der Aare verwöhnt. Das war auch ein sehr heisser Tag, an dem wir in die Aare sprangen, um unsere roten Köpfe zu kühlen.

Begegnungen hatten Lora und Fritz mit Lamas, Schafen, Ziegen, Pferden, Ponys, Esel, Hunden und natürlich Kühen (nun aber viel entspannter als im Gantrischgebiet). Wir düselten still an ihnen vorbei. Nur Lora blieb manchmal noch lange stehen, um zu verstehen, was für eigenartige Tiere das waren. Und Fritz schlich nahe und schüchtern hinter uns her.

Wir machten im Jura in zwei Métairies Halt und genossen es, uns mal wieder einfach verpflegen zu lassen. Ein Mal hatten wir im Jura noch so ein richtig abenteuerlicher schmaler „Bergweg“, wo es rechts und links ziemlich steil runter ging und wir die Taschen von Fritz trugen, weil er sonst zu breit gewesen wäre. Die beiden Esel haben diese Strecke sehr gut gemeistert. Und unsere Nerven wurden dann abends bei dem traumhaften Ausblick auf dem Obergrenchenberg bei der Felsformation beruhigt und belohnt. Das war einer meiner Highlights: Wie ein Adler thronen ....die Stille...die grosse Weite unter sich, das Aaretal und den Blick bis zu den Fribourger und Berner Alpen.

Bernd ist inzwischen ein Meister der Drähte öffnen (und natürlich wieder schliessen) neben den Törlis, die für uns unpassierbar waren.

Es gäbe noch viel zu erzählen ... doch das sprengt nun den Rahmen des Blogs.

Am letzten Abend im Prés-Vaillons sitzen wir still neben den Eseln und beobachten sie - mit Wehmut und Dankbarkeit gemischt - beim Fressen, Trohlen, Kratzen, Liegen. Wie gut haben wir uns bei den vielen Abenteuer gegenseitig kennen gelernt und Vertrauen gefunden. Wir blödeln mit ihnen, legen uns zu ihnen hin, kraulen und massieren sie im Bewusstsein, dass unsere gemeinsame Reise nun bald ein Ende finden wird. Gut zu wissen ist, dass sie ja auch in Erlach leben und wir unsere Beziehung weiter pflegen können.

Ein schöner Moment war die Ankunft im sommerlich heissen Erlach, wo uns die Camping-Crew rund um Manuela Montaldo mit einem Drink begrüssten. Eine solche Geste lässt einem wissen, dass man zu Hause angekommen ist.


Zum Abschluss noch ein paar Facts?

Unterwegs haben uns die Leute immer gefragt, woher wir kommen und wohin wir gehen...wieviele Kilometer, Stunden und Höhenmeter wir pro Tag zurücklegen...Das war uns unterwegs nie wichtig gewesen.

Doch nun haben wir sie zusammengezählt. Hier sind sie:

37 Tage

316 km

8644 Höhenmeter rauf und wieder runter

84 Wanderstunden nach App (wir hatten 1,5 x so lange...)

Lebendig geerdet schlank und rank von den vielen Schritten

Lora, Fritz, Susanna, Bernd


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